Mädchen & Jungen

Wir gewähren den Schutz und die Sicherheit der Kinder im Frauenhaus. Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Schaffung einer angstfreien Atmosphäre, in der sich die Kinder wohl fühlen, geborgen wissen und schöne Erlebnisse haben können.

Für die Kinder ist es unumgänglich, die Mißhandlungserfahrungen und die damit verbundenen Gefühle wahrzunehmen, zu akzeptieren, auszuagieren und aufzuarbeiten, d.h. die in der Familie erlernten Bewältigungsstrategien (Aggressivität, Isolation etc.) aktiv zu überwinden. Viele Kinder hat das, was sie miterleben mußten, geradezu "sprachlos" gemacht. Sie sollen hier lernen zu kommunizieren.

Die Konsequenzen, die sich aus diesen Zielen für die konkrete Kinderarbeit ergeben sind:

  • Keine Gewalt als Erziehungsmethode
  • Parteilichkeit für das Kind, auch gegenüber der Mutter
  • Achtung des Kindes als Persönlichkeit

Das Verhältnis zur Mutter wird auf einmal ein Neues und ist oft mit Schwierigkeiten verbunden. Der Verlust des Familienverbandes ist trotz des Erlebten oft schmerzhaft. Es ist wichtig, den Kindern die Möglichkeit einer eigenen Einschätzung der Situation zugeben unabhängig von der Meinung anderer.

Neue Kinder melden wir zunächst in den hiesigen Schulen bzw. Kindergärten an. Für Jungen haben wir eine Altersbegrenzung von dreizehn Jahren. Die Erfahrung hat gezeigt, das die Situation weder dem Jungen noch der Gemeinschaft guttut. Jungen brauchen ungefähr in diesem Alter positive männliche Vorbilder, um sich gesund zu entwickeln. Bei uns leben jedoch nur Frauen, die schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben. Andererseits ist es möglich, daß der Junge sich bereits mit dem Mißhandler identifiziert hat und deshalb nicht mehr tragbar ist für uns. Natürlich helfen wir vorübergehend geeignete Unterbringungsmöglichkeiten zu finden.