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Lesepause Das Märchen von denen die auszogen, um ein besseres Leben zu finden. Es war einmal eine blöde Ziege, die hielt es bei ihrem Bock nicht mehr aus. Nichts konnte sie ihm recht machen. Er beschimpfte sie als Schlampe, sperrte sie ein, behauptete, ohne ihn könne sie überhaupt nicht leben. Wenn sie ihm nicht die besten Gräser und Blätter besorgte, ging er schon mal mit seinen Hörnern auf sie los, denn wer nicht hören könne, müsse fühlen. So rief sie eines Tages ihre Zicklein zu sich, hieß sie die nötigsten Sachen packen und machte sich auf den Weg. Unterwegs traf sie eine dämliche Kuh, der war es ganz ähnlich ergangen. Sie hatte gehört, dass es in der großen Stadt einen Platz gäbe, wo sie unterkommen könnten, und da wollte sie jetzt hin. "Lass uns gemeinsam weiterziehen", sagte sie, "denn zusammen sind wir stärker." Nach einigen Stunden erreichten sie die Stadt und fanden die Unterkunft. Dort wurden sie herzlich empfangen. Sie trafen die dumme Gans und die dreckige Sau und auch die waren mit ihren Kindern weggegangen und hatten ein besseres Leben gesucht. Und dann war da noch die Eule, die Schildkröte, die Biene, die Henne und die Taube. An die konnten sie sich immer wenden wenn sie Hilfe brauchten. Langsam verstanden sie, dass es ganz viele von ihnen gab und dass sie gemeinsam Macht hatten etwas zu verändern. Sie taten sich zusammen, gingen zurück zu ihren Wohnstätten und erzählten in der Nachbarschaft, was der Ochse, der Bock und die anderen getan hatten. Da empörten sich alle und vertrieben die Missetäter. So geschah es überall im Land und von da an lebten alle friedlich miteinander. Und wenn das ein Märchen ist, dann wird es Zeit zu handeln.
Carola Noack (aus Heide) |
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